Clouds to connect with
Samstag, 22. August 2026 bis Sonntag, 20. September 2026
Nora Stalzer
clouds to connect with
Mit der Ausstellung Clouds to Connect With zeigt Nora Stalzer aktuelle Malerei, Zeichnungen und keramische Objekte, die sich zwischen Materialität und Immaterialität, zwischen Landschaft und Raum, zwischen Präzision und Auflösung bewegen.
Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis ist ein Denken, das von Architektur und Malerei gleichermaßen geprägt ist. Während ihres Studiums an der Technischen Universität Wien sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien entwickelte sie ein Verständnis von Form als Ergebnis komplexer Beziehungen. Architektur entsteht aus dem Zusammenspiel ökologischer, ökonomischer, sozialer und räumlicher Parameter. Dieses systemische Denken prägt bis heute ihre Bildwelt.
Bereits in ihren frühen Arbeiten reduzierte Stalzer diese Vielschichtigkeit auf ein einfaches Fragment – eine abgerundete geometrische Form, die sich als autonome Einheit durch Malerei und Rauminstallationen bewegte. Das Fragment wurde zum Träger eines größeren Zusammenhangs.
In den vergangenen fünfzehn Jahren verlagerte sich ihr Blick von der konstruierten Form auf die Kulturlandschaft. Der Grashalm, das Heu und der Heuballen erscheinen nicht als Motive einer ländlichen Idylle, sondern als elementare Zeichen. Der Halm wird zur Essenz einer Landschaft, zum Archetyp, zum Icon. Als Fragment besitzt er weder Anfang noch Ende; er verweist stets auf ein größeres Ganzes. In goldener Tusche gezeichnet, erhält er den Charakter einer kostbaren Setzung – einer kleinsten Einheit, in der sich Landschaft, Erinnerung und kulturelle Identität verdichten.
Parallel dazu entstanden Wolkenbilder. Wolken erscheinen als sichtbare Form unsichtbarer Prozesse – Thermik, Luft, Wasser und Licht. Sie reagieren auf Landschaft ebenso, wie Landschaft von ihnen geprägt wird. Zwischen Himmel und Erde entsteht ein permanenter Austausch, in dem natürliche und vom Menschen geschaffene Systeme gleichermaßen wirksam werden.
In den aktuellen Arbeiten verschmelzen beide Bildwelten. Transluzente Weiß- und Rosatöne öffnen atmosphärische Räume, in denen sich fragmentierte Halmlinien als glitzernde Konturen über die Leinwand bewegen. Die Linie verliert ihre Eindeutigkeit, Perspektiven verschieben sich, Rationalität wird instabil. Wahrnehmung entsteht nicht mehr durch Abbildung, sondern durch Beziehung.
Auch die keramischen Objekte führen diesen Gedanken fort. Aus Erde geformt, wachsen Halmfragmente und Wolkenformen zu Gefäßen, Wandobjekten und plastischen Zeichen zusammen. Sie verbinden den Himmel mit dem Boden, das Flüchtige mit dem Dauerhaften. Das Material selbst wird zum Träger jener Spannung zwischen Bestand und Auflösung, die das gesamte Werk durchzieht.
Clouds to Connect With versteht Landschaft nicht als Motiv, sondern als Netzwerk von Beziehungen. Zwischen Architektur und Natur, zwischen System und Geste, zwischen Fragment und Ganzem entsteht ein offener Denkraum, in dem sich Form weniger als Objekt denn als Prozess begreifen lässt.
Nora Stalzer, geboren in Wien, lebt und arbeitet seit 2014 im Mostviertel. Sie studierte Architektur an der Technischen Universität Wien sowie Malerei bei Markus Prachensky und Malerei & Grafik bei Gunther Damisch an der Akademie der bildenden Künste Wien.
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Nora Stalzer cloud
Mittwoch, 05. August 2026