Iris Andraschek, Stilleben, 2009

À table!

05. 05. bis 03. 06. 2012

Mit gesellschaftspolitischen Aspekten des Essens befassen sich fünf Positionen zwischen Performance, Fotografie und Bildhauerei unter jenem Ruf, mit dem in Frankreich “Zu Tisch” gebeten wird.

mit Iris Andraschek, Ona B., Götz Bury, Markus Rössle, Christina Starzer

Eröffnung am 4. Mai 2012, 19 Uhr
mit einer Einführung von Johanna Zugmann (Journalistin und Studentin der Gastrosophie an der Universität Salzburg)

Kostenloser Shuttlebus Wien-Waidhofen/Ybbs und retour
Abfahrt Wien Westbahnhof, Felberstraßenseite: 16.30
Rückkehr: 24.00 Uhr

Anmeldung unter 0676/5121402

Programm

Wenn in Romanen des französischen Schriftstellers Honoré de Balzac das Personal der feinen Gesellschaft ankündigt, dass der Tisch gedeckt zum Essen bereit steht, heißt es: „Madame est servie.“ Nicht immer aber verfügt die Dame des Hauses über genügend Mittel, um auch tatsächlich die Familie versorgen zu können, etwa wenn – wie in „La Cousine Bette“ – Baron Hulot über Wochen vergisst, seine Frau mit Haushaltsgeld auszustatten und stattdessen seine Maitresse mit einem üppiges Budget ausstattet, um seine Freunde auf das Opulenteste zu bewirten. Die Verteilung von Ressourcen im familiären Bereich ist bis weit ins 20. Jahrhundert vor allem patriarchalisch organisiert.

Die Ausstellung „À table“, die von Theresia Hauenfels für die Stadtgalerie Waidhofen kuratiert wurde, befasst sich mit dem spannenden Feld, was alles auf den Tisch kommt, wenn man zum Essen gerufen wird. Die prekäre Lage – nicht nur von KünstlerInnen – wird dabei von Götz Bury, bekannt für seine skurrilen Kochshows, ebenso angesprochen, wie ONA B. in einer neuen Serie, die soeben in Istanbul entstand, gegen gesellschaftliche Missverhältnisse mit plüschig rot inszenierten Slogans wie „Gier tötet!“ antritt. Mit Methoden der Verfremdung arbeitet Iris Andraschek, wenn sie familiäre Situationen mit Insekten nachstellt. In diesen Stillleben, die aus den Symbolen für die Vergänglichkeit des Irdischen in der klassischen Ikonographie, entwickelt sie eigenwillige Szenarien, die auch Spekulationen über das Fressen und Gefressen werden zulassen. Ein„Frühstücksdirektor“ wird von Christina Starzer mit Gugelhupf in Szene gesetzt. Zwischen Askese und Schlaraffenland sind die Fotoarbeiten von Markus Rössle angesiedelt.

In der Schau können Erbsen ebenso gezählt werden wie Ausblicke mitten durch den Teller (und nicht nur über dessen Rand hinaus) möglich sind. Nahrungsmittel und ihre Zubereitung stehen zwar am Programm, vielmehr aber geht es um den gesellschaftliche Kontext, in dem gekocht und gegessen wird – in wechselseitiger Wirkung. Die Journalistin Johanna Zugmann, die zur Zeit Gastrosophie an der Universität Salzburg studiert, führt bei der Eröffnung am 4. Mai in die Ausstellung ein.

Kategorie

Ausstellung und bildende Kunst

Veranstaltungsort

Stadtgalerie Waidhofen

3340 Waidhofen/Ybbs
Oberer Stadtplatz 32
07442-53611-0
07442-53611-4
kunstbank.waidhofen.at
Kunstbank-ferrum@kulturmanager.at

Verein Kunstbank Ferrum, ZVR 656760738
Oberer Stadtplatz 32, 3340 Waidhofen/Ybbs
Tel. +43 660 5465667
kunstbank-ferrum@kulturmanager.at

Öffnungszeiten bei Ausstellungen:
Freitag 16:00-19:00 Uhr
Samstag 10:00-13:00 Uhr
Sonntag 15:00-18:00 Uhr

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